Integra Award

Der IBC zeichnet jedes Jahr im Rahmen seines Gala Abends Persönlichkeiten für ihr starkes Engagement zur Förderung des gesellschaftlichen Dialogs und ihre hervorragenden Beiträge zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Integration mit dem „INTEGRA Award“ aus.

Der Begriff „Integra“ kommt aus dem Lateinischen und steht für „integer“ und „integrieren“ bzw. „zusammenführen“. Der IBC leitet daraus ab: „Wer durch sein Handeln Integrität besitzt und das Vertrauen der Menschen genießt, kann Menschen zusammenführen.“

Integra 2016

Integra 2015

Integra 2014

Integra 2013

Integra 2012

Ruprecht Polenz
BESSER FÜR BEIDE - Die Türkei gehört in die EU
ISBN: 978-3-89684-141-4

Integra 2011

Rede DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher

Sehr geehrte Frau Can, Sehr geehrter Herr Akyol, Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Frank Baranowski, Sehr geehrter Herr Minister Bahr, Meine sehr geehrten Damen und Herren,

„mas Integration“ – mehr Integration forderte der Deutsche Fußball-Bund mit einem Werbefilm im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006. Der Film wurde zum Hingucker in mancherlei Hinsicht. Sommerliches Wetter, es wird gegrillt. Menschen verschiedenster Nationalitäten tummeln sich im Garten des Hauses. Shish Khebab und Kartoffelsalat vereint auf einem Buffet. Kurz darauf wird klar, dass es die Eltern der Nationalspieler sind, die gemeinsam vor dem Fernseher beim Einsatz des Nachwuchses für Deutschland mitfiebern. Dass der DFB nicht nur schöne Bilder sprechen, sondern diesen auch Taten folgen lässt, ist sicherlich ein Grund für die heutige Auszeichnung mit dem Integra-Preis des IBC, für den ich mich im Namen des DFB und stellvertretend für Präsident Dr. Theo Zwanziger, der wegen der Frauen-WM heute nicht bei uns sein kann, sehr herzlich bedanken möchte.

Anrede, „mas integration“ – das ist in den Nationalmannschaften des DFB bereits Realität. Einwandererkinder bilden das Herz der Herren-Nationalmannschaft. Mesut Özil, Sami Khedira, Lukas Podolski oder Miroslav Klose – die Liste ließe sich problemlos fortsetzen. Und auch bei den Frauen sind Celia Okoyino da Mbabi und Fatmire Bajramaj zwei Leistungsträgerinnen mit Migrationshintergrund Stützen des Teams. Sie alle tragen den Adler auf der Brust und setzen ihr Talent und ihre Energie für Deutschland ein. Das ist alles andere als selbstverständlich und dennoch auch ein Ergebnis der Integrations- und Nachwuchsarbeit des DFB, die nicht erst mit dem besagten Fernsehspot 2006 und der Institutionalisierung der Integrationsbeauftragten Gül Keskinler im selben Jahr startete. Bereits 1992 wurde unter dem damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun mit dem Slogan „Mein Freund ist Ausländer“ das Thema aufgegriffen. Denn Migration und Integration haben eine zentrale Bedeutung nicht nur in unserem Land, sondern in ganz Europa. Im Mittelpunkt aller Bemühungen um Integration steht der Gedanke der Teilhabe. Hierfür spielen Vereine und Verbände eine wichtige Rolle. Gerade der Fußball ist für viele Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ein gemeinsamer Fixpunkt. Daher stellt sich der Deutsche Fußball-Bund seiner gesellschaftlichen Aufgabe.

Anrede, wir wollen in allen Strukturen, von den Vereinen bis zu den Landesverbänden, die Teilhabe von Bürgern mit Migrationsbiografien fördern und fordern. Das bedeutet die Ermutigung und Befähigung zur Übernahme von ehrenamtlichen Tätigkeiten in Vereinen sowie Mitarbeit und Mitgestaltung innerhalb der Verbandsstrukturen. Fußball ist kein Allheilmittel, aber er baut Brücken und bietet die Möglichkeit zur Zusammengehörigkeit und Zugehörigkeit. Schließlich spiegelt keine andere Sportart auch die soziale Schichtung unserer Gesellschaft ähnlich repräsentativ wider: Vom Zahnarztsohn bis zum Arbeiterkind – sie treffen sich im Verein. Diese Attraktivität bietet vor allem auch enorme Eingliederungschancen. Der Fußballverein ist wie kaum eine andere Institution neben der Schule ein Ort gelebter Integration für Kinder und Jugendliche. Er bietet auf spielerischem Wege die Chance von Anerkennung, Selbstverwirklichung und Körpererfahrung. Er vermittelt soziale Werte, hilft Bindungen zu knüpfen, Freundschaften zu schließen, die oft ein Leben lang halten. Im Fußballverein lernt man Kameradschaft, Ein- und Unterordnung in der Gruppe, den Umgang mit Sieg und Niederlagen. Das gilt für Kinder aller Herkünfte. Eine Mannschaft ist zunächst einmal eine Mannschaft, unabhängig davon aus welchem Elternhaus und welchem Heimatland der Einzelne kommt. Man gewinnt und verliert zusammen.

Anrede, und dennoch ist die Integration im Verein oder in der Schule kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Beispielhaft ist hier das Engagement der Gesamtschule Gelsenkirchen Horst, die vor wenigen Wochen den DFB und Mercedes-Benz Integrationspreis überreicht bekam. Die Gesamtschule liegt in einem Gelsenkirchener Stadtteil, in dem besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. 2001 führte die Schulleitung eine Befragung durch und stellte fest, dass nur wenige ihrer Schülerinnen (drei Prozent) im Verein Sport trieben. Kein einziges türkischstämmiges Mädchen war in einem Sportverein angemeldet. Um talentierten muslimischen Mädchen den Weg in den Verein zu erleichtern, ergriff die Schule eine Reihe von Maßnahmen. Zum Angebot zählen Mädchen-Fußball-AGs, Übungsleiter- und Schiedsrichterkurse für Schülerinnen oder Austauschprogramme für Jungen und Mädchen mit einer ukrainischen Partnerschule. Zu den Veranstaltungen werden auch Eltern eingeladen, um Vorurteile gegenüber Mädchenfußball abzubauen. Kontinuierlich tagt darüber hinaus ein schulinterner Integrationsausschuss, der die verschiedenen Projekte koordiniert. Gelsenkirchen scheint im Übrigen ein gutes Pflaster für ambitionierte Sportlerinnen und Sportler zu sein. Schließlich steht dort auch die Gesamtschule Berger Feld, Eliteschule des Fußballs, aus deren Reihen unter anderem Manuel Neuer und auch Mesut Özil hervorgegangen sind.

Anrede, Vorurteile abbauen und Gemeinsamkeiten herausarbeiten – das ist es, worum es letztlich geht. Sei es in der Schule oder im Verein. Die Verbindung kann nicht der kulturelle Hintergrund sein. Dafür sind die Traditionen und Werte zu unterschiedlich. Es gibt aber viele Übereinstimmungen, die wir herausheben und pflegen müssen: die Leidenschaft für den Sport, Respekt für den anderen sowie das Fair Play auf und abseits des Platzes. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Es ist ein stetiger Prozess. Und wir werden uns mit dem Erreichten nicht zufriedengeben, sondern insbesondere im Sinne der Nachhaltigkeit bestehende Projekte weiter forcieren oder neue generieren. Erst vor wenigen Tagen hat die „Laureus Sport for Good Stiftung“ angekündigt, die Initiative „Kicking Girls“ zu fördern. Ein erfolgreiches Schulprojekt, das der Deutsche Fußball-Bund bereits vor fünf Jahren auf den Weg gebracht hat. Im Kern ging es seit dem Startschuss im Jahr 2006 um ein fußballerisches Angebot für Mädchen aus Familien mit Migrationshintergrund. Das damalige Projekt „Fußball ohne Abseits“, das in zehn Städten gestartet war, ist seitdem enorm gewachsen. Heute sind es 120 Städte und Ortschaften, 300 Vereine und Schulen. Mit Hilfe des Projektes haben beispielsweise fünf Mädchen mit muslimischem Hintergrund die Schiedsrichter-Ausbildung absolviert. Dank der Unterstützung von Laureus wird nun eine bundesweite Ausdehnung möglich. Weltmeisterin Nia Künzer und Birgit Prinz übernehmen die Schirmherrschaft für das Projekt.

Anrede, der von Ihnen verliehene Preis ist ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten. Das Schöne daran ist, dass es nur Gewinner gibt: Die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die durch den Sport Zugang zur Gemeinschaft finden. Die Vereine, weil sie ein Stück weit der Nachwuchssorgen entledigt werden. Und schließlich der Verband, wenn die Jugendlichen den Weg in die Auswahlen finden und sich vielleicht später entscheiden, für Deutschland aufzulaufen. Ich danke Ihnen nochmals im Namen des DFB für diese Auszeichnung und verspreche Ihnen, wir werden weiter machen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Integra 2010

Am 4. Juni 1955 in Wehofen geboren, studierte Maschinenbau, Geschichte und Pädagogik an der Gesamthochschule Duisburg und arbeitete bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Duisburg in 2004 als Oberstudienrat am Berufskolleg Uerdingen in der Nachbarstadt Krefeld.

Seit 1980 ist er Mitglied der CDU sowie der Jungen Union. Als Kommunalpolitiker war Sauerland zuerst im Duisburger Stadtbezirk Walsum, dann im Rat der Stadt Duisburg tätig, als er zur Überraschung vieler im Jahre 2004 bei einer Stichwahl gegen die Amtsinhaberin Bärbel Zieling (SPD) mit 61,3 % der Stimmen zum Oberbürgermeister der Stadt Duisburg gewählt wurde. Er war nach Heinrich Weitz (1945 bis 1947) und Leo Storm (1947 bis 1948) nach über 56 Jahren der dritte CDU-Oberbürgermeister der Stadt Duisburg.

Am 21. Januar 2009 nominierte der CDU-Parteitag Sauerland mit 100 % der Stimmen erneut zum OB-Kandidaten für die Kommunalwahl 2009 in Duisburg. Bei der am 30. August 2009 durchgeführten Oberbürgermeisterwahl wurde Herr Sauerland mit einem Stimmenanteil von 44,6 % erneut zum Duisburger Stadtoberhaupt gewählt.

Neben seinen vielen politischen Verdiensten wie das Logistikprojekt Logport II, die Wasserwelt Wedau im Sportpark Duisburg, die Vision der „Living Bridge“ des Hamburger Architekten Teherani, Firmenansiedlungen wie Hitachi, SchauinslandReisen oder Ikea, sowie seinen Bemühungen, die Innenstadt mit einem Masterplan des Stararchitekten Norman Foster neu zu positionieren, wird Herr Sauerland insbesondere für seine Menschlichkeit und sein besonderes Engagement bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auch von seinen politischen Gegnern geschätzt und gewürdigt.

Adolf Sauerland hat beispielsweise den Bau der Ditib Merkez Moschee, die er liebevoll als „Unsere Moschee“ bezeichnet und die nicht nur als Gebetstätte, sondern auch als Kulturzentrum und Begegnungsstätte dient, tatkräftig unterstützt und dazu beigetragen, dass Muslime eine architektonisch vorzeigbare, menschenwürdige Gebetsstätte bekommen haben, auf die sie genauso wie Adolf Sauerland stolz sind.

Integra 2009

Steilmanns Vater war Gutsbesitzer. Nach dem Krieg holte Steilmann sein Abitur 1951 in Berlin nach. Er arbeitete nebenbei bei C&A und machte dort eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann.

Von 1955 bis 1957 war er Stellvertreter des Mantelkonfektionärs Josef Meyer. Mit einem Darlehen von C&A gründete er 1958 die Klaus Steilmann GmbH & Co. KG. Die Steilmann-Gruppe entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zum größten Textilunternehmen Europas.

Zusammen mit seiner Ehefrau Ingrid hat er drei Töchter: Britta Steilmann, Cornelia Steilmann und Ute Steilmann. Von Steilmann stammen mehrere Abhandlungen über Unternehmensführung Als Präsident des Fußballvereins SG Wattenscheid 09 führte er den Club in die erste Fußball-Bundesliga. Ferner konnten durch seine Unterstützung Athleten der TV Wattenscheid 01 Leichtathletik wie Michael Möllenbeck, Marc Blume und andere internationale Medaillenränge erreichen. Der Olympiastützpunkt Wattenscheid hat zu Ehren Klaus Steilmanns vorbildlichen sportlichen Engagements sein Sportinternat, direkt am Lohrheidestadion in Wattenscheid, in Klaus-Steilmann-Haus benannt. Klaus Steilmann ist ein Gegner der Eingemeindung Wattenscheids nach Bochum und fährt deshalb noch heute ein Auto mit Essener Kennzeichen.

Ehrungen: Bürger des Ruhrgebiets 1989, Deutscher Umweltpreis 1999, Steiger Award 2009, Integra 2009 Besonderes: Mitglied Club of Rome, Honorarkonsul der Ukraine

Integra 2008

(8. Januar 1936 in Powunden/Ostpreußen) ist ein deutscher Politiker und Fußballfunktionär.

Gerd Rehberg, der sich gerne als Bergmann bezeichnet, arbeitete 26 Jahre im Bergbau in der Zeche Westerholt als Steiger. Er gehörte von 1975 bis 2004 dem Stadtrat in Gelsenkirchen an und war zuletzt Vorsitzender des Sport- und Liegenschaftsausschusses. Von 1979 bis 2004 war er ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen.

Von 1994 bis 2007 war Herr Rehberg Vorstandsvorsitzender und Präsiden des FC Schalke 04 wo er jetzt als Ehrenpräsident noch sein Büro hat.

Ihm wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen und er ist Ehrenbürger der Stadt Gelsenkirchen.